Fiechtner, Urs M.: Veranstaltungsangebot
Autorenlesungen und Konzertlesungen mit Urs M. Fiechtner
Urs M. Fiechtner liest sowohl für Jugendliche (ab ca. 14 J.) als auch für Erwachsene. Veranstalter können unter
mehreren verschiedenen Veranstaltungsformen, vielen Büchern und einer großen Anzahl buchübergreifender
Themen wählen und die Formen und Themen jeder Veranstaltung mit ihm absprechen. Frei wählbar sind auch die
Termine. Mehrere Veranstaltungen pro Tag sind möglich. Die Konditionen sind moderat; unnötige Kosten werden
vermieden, die Honorare richten sich meist nach den Möglichkeiten außerschulischer Träger und werden je nach
Zeit- und Arbeitsaufwand individuell vereinbart.
Auf Wunsch gibt es eine ausführliche Infomappe mit einem Überblick über die verschiedenen Varianten und allen
Angaben, die ein Veranstalter braucht (Bezug : autorengruppe79@gmx.de oder Fax an 07348/4263; kostenlos, bitte
Postanschrift angeben).
Autorenlesungen für Erwachsene
Fiechtner stellt seine Autorenlesungen individuell zusammen und meidet feststehende Saisonprogramme oder
Werbefeldzüge für das jeweils neueste Buch. Autorenlesungen mit ihm können Buchvorstellungen sein, müssen es aber
nicht - sie können sich ebenso gut an einem übergreifenden Thema orientieren, zu dem er dann Texte aus verschiedenen
Büchern zusammenstellt.
Bei Lesungen zu Themen rund um die Menschenrechte kommentiert er die ausgewählten Texte, verbindet sie auf Wunsch
mit Sach- und Hintergrundinformationen und gibt Auskunft auf Fragen aus dem Publikum.
Autorenlesungen für Jugendliche / Autorenlesungen an Schulen
Fiechtner liest vorzugsweise für Schüler/innen der Klassen 9-13 , bei vorangegangener Lektüre auch für 8. Klassen (alle
Schularten). Themen und Gestaltung werden in Absprache mit den Lehrern der Altersgruppe und dem
Unterrichtszusammenhang angepasst.
Lesungen richten sich in Form, Dauer und Thema nach den Wünschen der Schule. In der Regel verbindet Fiechtner seine
Texte mit Sachinformationen und sucht das Gespräch mit den Schülern.
Meist gewählt wird eine Doppelstunde, geteilt in Lesung und Diskussion. Zugunsten des Gesprächs sollten nicht mehr als
rund 60 Schüler/innen in einer Gruppe zusammengefasst werden - zwei überschaubare Gruppen hintereinander sind besser
als eine unüberschaubare. Eine Vorbereitung der Schüler/innen via Beschäftigung mit einem Buch oder mit einer Auswahl
kurzer Texte (Gedichte oder Kurzgeschichten) ist immer sinnvoll und erleichtert den Einstieg in den Dialog, ist aber nicht
Bedingung.
Falls eine Vorbereitung gewünscht wird, stehen dafür Sekundärmaterialien von der Handreichung über einzelne Gedichte
oder Kurzgeschichten bis zum kompletten Unterrichtsmodell über Romane, Anthologien und Lesebücher zur Verfügung.
Neben Autorenlesungen sind auch andere Formen von Veranstaltungen möglich, für die Fiechtner auf Wunsch auch
organisatorische Unterstützung anbieten kann; so etwa Werkstattgespräche, Schreibwerkstätten, Workshops oder
Projekttage.
Die Konditionen sind zurückhaltend, Fiechtner unterstützt die Beschäftigung mit Menschenrechtsthemen ebenso wie die
Arbeit der Institutionen, die Lesungen an Schulen ermöglichen. Die Honorare orientieren sich meist an den landesüblichen
Regelsätzen der Friedrich-Bödecker-Kreise, die Regelsätze anderer außerschulischer Träger werden häufig ebenfalls
akzeptiert, damit die Schule keine Zuzahlungen leisten muss. Die Termine sind frei wählbar; zur Senkung der Kosten
können sie auf Wunsch bei Entfernungen über 500 km in Lesereisen integriert werden, bei Entfernungen unter 500 km so
gelegt werden, dass An- und Abreise am selben Tag erfolgt und keine Hotelkosten anfallen. Bis zu 4 Lesungen pro Tag
sind möglich.
Konzertlesungen für Erwachsene
Der Begriff "Konzertlesung" wurde 1977 von Urs M. Fiechtner und dem chilenischen Komponisten, Sänger und Musiker
Sergio Vesely geprägt. Damals ein schwer verständliches Kunstwort, das zu vielen Missverständnissen führte, wird der
Begriff heute von fast allen Autoren und Musikern verwendet, die eine enge Verbindung von Literatur und Musik
anstreben - auch wenn nicht alle dasselbe damit meinen.
Konzertlesungen in der Version von Fiechtner & Vesely sind weder traditionelle Dichterlesungen mit begleitender Musik,
noch einfache Collagen aus Texten und Liedern. Angelegt als Zyklen, die thematisch einem roten Faden folgen, erzählen
sie mit unspektakulären, auf das Wesentliche reduzierten Mitteln durchgehende Geschichten, die aus einer symbiotischen
Verbindung zwischen erzählender Prosa und Musik, Lyrik und Liedern entstehen. Literatur und Musik verbinden sich zu
einer Einheit, ergänzen und unterstützen einander oder kommentieren sich gegenseitig. Bei alledem leben Konzertlesungen
von der Improvisation - starre, einstudierte Programme gibt es nicht, stattdessen wird rund um ein vom Veranstalter
vorgegebenes Thema oder ein Buch der lebendige, an jedem Abend immer wieder neue Dialog zwischen literarischen und
musikalischen Ausdrucksformen gesucht.
Konzertlesungen mit Fiechtner (Sprache) und Sergio Vesely (Gesang, span. Gitarre) oder dem Theatermusiker Markus
Munzer-Dorn (Gesang, Gitarre, Violine, Querflöte u.a.) sind organisatorisch nicht aufwändiger als Autorenlesungen, auch
die Konditionen halten sich in dem für Lesungen üblichen Rahmen.
Konzertlesungen für Jugendliche / an Schulen
Für Schulen empfehlen sich Konzertlesungen von Fiechtner gemeinsam mit Sergio Vesely oder mit Markus Munzer-Dorn
im Rahmen von Projekttagen oder anderen freiwillig besuchten Veranstaltungen (etwa Abendveranstaltungen für
Schüler/Eltern/Lehrer) schon ab den 9. Klassen. Im Rahmen des "Normalunterrichts" sind sie vor allem für die gymnasiale
Oberstufe geeignet. Benötigt wird eine Doppelstunde, ungefähr geteilt in Vortrag und Diskussion. Eine Begrenzung der
Teilnehmerzahl gibt es nicht - für die anschließende Diskussion können die Schüler/innen in zwei getrennten Gruppen mit
jeweils einem der Autoren aufgeteilt werden. Die Konditionen entsprechen denen von Autorenlesungen an Schulen (s.o.).
Projekttage
Für die Gestaltung von Projekttagen können mit Fiechtner neben Autorenlesungen und Konzertlesungen auch Vorträge und
Diskussionen zu Sachthemen rund um die Menschenrechte sowie die Arbeit verschiedener Menschenrechtsorganisationen
vereinbart werden - oder Kombinationen von unterschiedlichen Veranstaltungsformen. Auf Wunsch unterstützt Fiechtner
die Schule organisatorisch und vermittelt Kontakte zu Fachleuten oder zu Künstlern verschiedener Sparten, die sich in ihrer
Arbeit mit Menschenrechtsthemen auseinander setzen.
Kombinierte Veranstaltungen
Sehr empfehlenswert ist die Kombination der verschiedenen Veranstaltungsformen, die Fiechtner und seine Kollegen
anbieten, um einen Tag kostensparend zu füllen oder um unterschiedliche Altersgruppen anzusprechen. Sergio Vesely und
Markus Munzer-Dorn bieten auch für jüngere Schüler/innen Lesungen, Workshops oder musikalisch-literarische
Erzählungen an. Bei gemeinsamen Besuchen an Schulen können die Autoren zunächst in getrennten Veranstaltungen für
verschiedene Jahrgänge auftreten (Vesely oder Munzer-Dorn für 5. bis 9. Klassen, Fiechtner ab der 10. Klasse aufwärts)
und dann zu einer Konzertlesung für die Oberstufe oder für Eltern / Lehrer / Schüler zusammenfinden. Zur Kostenersparnis
empfehlenswert ist auch die Verbindung mit öffentlichen Abendveranstaltungen bei außerschulischen Veranstaltern (z.B.
Stadtbibliothek).
Die Themen
Fiechtner liest aus allen seinen Büchern und stellt gelegentlich auch Bücher anderer Autoren vor, mit denen er
zusammenarbeitet, oder seine Übersetzungen von Texten lateinamerikanischer Kollegen. Wir stellen hier nur eine
kleine Auswahl von Veranstaltungen vor, die sich eng mit Aspekten rund um die Menschenrechte auseinander
setzen. Mehr darüber gibt es in der Infomappe für Veranstalter (s.o.) Alle Veranstaltungen können entweder als
Autorenlesung oder als Konzertlesung sowie entweder für Erwachsene oder für Schüler/innen ab der 9. Klasse
individuell gestaltet werden.
Geschichten aus dem Niemandsland
Eine zurückhaltende, weder plakative noch polemische Auseinandersetzung mit dem Recht und der Würde, mit der
Identität und Integrität des Menschen in einer von politischen und sozialen Konflikten gezeichneten Gegenwart. Viele
verschiedene Aspekte der aktuellen Auseinandersetzung mit den Menschenrechten werden angesprochen. Der Titel stammt
von dem gleichnamigen Buch (Kurzgeschichten, siehe Publikationen), für die Veranstaltung werden jedoch auch Texte aus
anderen Büchern herangezogen.
Fremd in Deutschland oder das Pinguin-Syndrom
Eine mal nachdenkliche, mal vergnügliche Auseinandersetzung mit Themen rund um Asyl und Exil,
Ausländerfeindlichkeit und Entwurzelung in unterschiedlichen literarischen Formen und aus manchmal überraschenden
Blickwinkeln. Die Texte werden aus verschiedenen Büchern von Fiechtner sowie von Fiechtner/Vesely zusammengestellt.
Besonders empfehlenswert in der Version als Konzertlesung.
Im Auge des Jaguars
Eine gleichermaßen literarisch abwechslungsreiche wie sachlich und historisch fundierte Auseinandersetzung mit der
Geschichte und dem Weltbild indigener Kulturen Mittel- und Südamerikas. Am Beispiel der "Indianer" wird das
Verständnis für fremde Kulturen geweckt und werden manche Ursachen für die Verständnislosigkeit zwischen Europa und
der "Dritten Welt" vorgeführt. Grundlage für die Veranstaltung bilden Texte aus dem gleichnamigen Buch (siehe
Publikationen).
Gesang für America
Das gleichnamige Buch behandelt in poetischer Form und mit zahllosen Bezügen auf die Gegenwart die Geschichte
Lateinamerikas von den Ursprüngen indianischer Kulturen bis zum Ende der Kolonialzeit und damit die Wurzeln der
sozialen, politischen, ethnischen und wirtschaftlichen Konflikte unserer Zeit. Veranstaltungen können sich wahlweise auf
den ersten Band des Buches (siehe Publikationen) und damit auf die indianische Geschichte sowie die Eroberung
konzentrieren oder auf den zweiten Band über die Kolonialzeit. Besonders empfehlenswert als Konzertlesung.
Annas Geschichte
Das bekannteste Jugendbuch Fiechtners (siehe Publikationen) berichtet anhand einer wahren Geschichte von Diktatur,
Widerstand und Verfolgung, vom Überlebenswillen politischer Gefangener und von ihren Erfahrungen in der Haft.
Lesungen empfehlen sich hier besonders für 9. und 10. Klassen respektive für Jugendliche ab 15 Jahren oder für ein
gemischtes Publikum aus Jugendlichen und Erwachsenen. Bei vorangegangener Klassenlektüre sind auch
Werkstattgespräche für 8. Klassen möglich.
Notizen vor Tagesanbruch
Eine Auseinandersetzung mit dem Wesen der Zivilcourage, mit der inneren Haltung und dem Handeln des einzelnen
Menschen in Zeiten, in denen Freiheit und Sicherheit zum Besitzstand eng umgrenzter Minderheiten gehören. Die Texte
werden, gelegentlich rund um einen aktuellen Anlass oder eine öffentliche Debatte, aus verschiedenen Büchern
zusammengestellt.
Erwachen in der neuen Welt
Buchvorstellung für Jugendliche oder Erwachsene. Die Romanbiographie über die Entwicklung des späteren Bischofs
Bartolomé de las Casas vom gewöhnlichen Kolonialherrn zum "Verteidiger der Indios" behandelt nicht nur eine
wesentliche Epoche der europäischen Kolonialgeschichte, sondern auch der Geistesgeschichte, die zum modernen Begriff
der Menschenrechte führte (siehe Publikationen). Das Buch wird gleichermaßen von Erwachsenen wie Jugendlichen
gelesen (in Schulen für 9. bis 11. Klassen geeignet), die mit Erläuterungen verknüpften Autorenlesungen werden
altersgruppengemäß unterschiedlich gestaltet.
Mario Rosas - Die Geschichte einer Flucht
Buchvorstellung für Jugendliche oder Erwachsene, gelegentlich verknüpft mit ergänzenden Texten aus anderen Büchern
des Autors zum Themenkreis Exil, Asyl, Ausländerfeindlichkeit, Vorurteile, Nationalsozialismus und moderne Diktaturen
(siehe Publikationen). Lesungen in Schulen sollte eine Beschäftigung mit dem Buch oder Auszügen daraus vorangehen.
Der Verlag bietet Sonderkonditionen für Klassensätze an.
Alles normal
Eine Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen hier und denen in Ländern der "Dritten Welt", mit Diktatur und
Demokratie, Armut und Wohlstand. Der Titel stammt von Fiechtners gleichnamigem Text im Menschenrechte-Lesebuch
Frei von Furcht und Not, die Autorenlesung oder Konzertlesung wird ansonsten aus verschiedenen Büchern des Autors
zusammengestellt, wobei der Veranstalter Schwerpunkte vorgeben kann - etwa die Lebensbedingungen von Kindern und
Jugendlichen.
Pablo Neruda - zum 100. Geburtstag
Der chilenische Literaturnobelpreisträger prägte nicht nur die lateinamerikanische Lyrik des 20. Jahrhunderts, sondern auch
die durchaus politische Rolle, die Literaten und Poeten in den konfliktreichen, von scharfen sozialen und politischen
Gegensätzen geprägten Gesellschaften Lateinamerikas (und der "Dritten Welt" überhaupt) einnehmen. Urs M. Fiechtner
und Sergio Vesely stellen ihre Übersetzungen und Vertonungen von Gedichten und kurzen Prosatexten Nerudas zu einem
Bogen zusammen, der lateinamerikanische Geschichte und Gegenwart ebenso berührt wie die Auseinandersetzung mit dem
Selbstverständnis des Schriftstellers in Zeiten der Unterdrückung und Intoleranz.
Schlafe, mein Deutschland
Ein Streifzug durch die Landschaften (deutschen) demokratischen Bewusstseins. Ausgangspunkt sind Vertonungen Veselys
oder Munzer-Dorns von Autoren des Vormärz - der Titel stammt aus einem liebevoll-spöttelnden Gedicht von Georg
Herwegh -, die in dieser ständig variierenden Konzertlesung mit Texten aus verschiedenen Büchern Fiechtners verbunden
werden. Gefragt wird, was aus der Freiheitssehnsucht und den demokratischen Impulsen der "1848er" heute geworden ist,
gefragt wird nach unserer Fähigkeit, Geschichte zu gestalten anstatt ihr zu unterliegen, nach Untertanengeist und Obrigkeit
und nach unseren Fähigkeiten, zur rechten Zeit und am rechten Ort "nein!" zu sagen.