Schenk, Dieter
Der Wind ist des Teufels Niesen
Die Geschichte eines jungen Zigeuners
rororo rotfuchs

Reinbek 1988
Rowohlt
3-499-20463-0
128 S. Taschenbuch -

Medium: Buch
Zielgruppe: Jugendliche
Genre: Erzählung

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Schenk Dieter: Der Wind ist des Teufels Niesen. Die Geschichte eines jungen Zigeuners.

Merzeli, ein junger Sinto, wird verdächtigt, eine wertvolle Modelleisenbahn gestohlen zu haben. Astrid, eine "Gadschi" (Nicht-Zigeunerin) weiß, dass er unschuldig ist. Sie lernt Merzeli und seine Sippe näher kennen und identifiziert sich mit ihm und der Außenseiterproblematik der Sinti. Der Leser/die Leserin erfährt durch diese Geschichte viel vom Wesen und den Sitten, der Lebensweise, von Freiheitsliebe und Individualität, aber auch von Diskriminierung, Kriminalisierung und den Leiden der Sinti während der NS-Zeit. Die Erzählung hat einen realistischen Hintergrund: Ort der Handlung ist Bad Hersfeld, wo Sinti jahrzehntelang unter unmenschlichen Lebensbedingungen in einem Elendsviertel hausten. Die Gemeinde erließ ein Zuzugsverbot für Sinti, das Betreten von Gastwirtschaften wurde ihnen untersagt. Hingegen durfte die "SS-Leibstandarte Adolf Hitler" in den Achtzigerjahren ihre Kameradschaftstreffen in Bad Hersfeld abhalten, was schließlich durch Demonstrationen beendet wurde. Der Autor erzählt die Geschichte auf der Basis von vielen Gesprächen, die er in den Familien der Hersfelder Sinti führte, die von der Angst durchdrungen waren, dass sich die Nazizeit wiederholen könnte. Mit einer halben Million Opfer wurde das Zigeuner-Volk fast ausgelöscht. Nun fürchten sie den Wind des Neo-Nazismus, der sich zu einem Orkan entwickeln könnte. Bei dem Titel handelt es sich um einen Zigeunerspruch.

DIE ZEIT: "Wer im Rahmen einer Erzählung genaueres über die Sinti erfahren will, ist mit diesem Buch gut unterrichtet, auch wenn das Zigeunerleben nicht immer lustig ist."

Berner Zeitung: "Wir, so sagt Schenk mit seiner Geschichte, sind den Zigeunern einen Empfang mit offenen Armen schuldig, sie aber wollen bleiben, was sie sind: Zigeuner."

Der Tagesspiegel: "Als Leser... begreift man die Ängste angesichts des gegen sie gerichteten Rassenhasses."

Darmstädter Echo: "Nur eine Lokalreportage aus Bad Hersfeld? Wohl kaum."

Jugendschriftenzentrale des Verbandes Bildung und Erziehung: "Da nur durch das Kennenlernen fremder Kulturen Vorurteile und Berührungsängste abgebaut werden können, ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen.

Auflage 11.-13. Tausend, Juli 1992. Ab 14 Jahre

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