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Steenfatt, Margret
Nele Ein Mädchen ist nicht zu gebrauchen Reinbek 1986 Medium: Buch | ||||
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Nele - Ein Mädchen ist nicht zu gebrauchen war Mitte der Achtzigerjahre das erste Jugendbuch in Deutschland, in dem vom sexuellen Missbrauch am Beispiel eines Mädchens erzählt wird. Wie viele Jugendliche schwärmt Nele für einen fünfunddreißigjährigen attraktiven, sportlichen, gut situierten Freund der Familie, ohne allerdings zu ahnen, dass dieser pädophil ist und sich vorgenommen hat, sie sich zu nehmen. Mit Einladungen, Geschenken und Liebesbeteuerungen gewinnt Wolfgang das Vertrauen des Mädchens und lädt sie eines Tages in seine Wohnung ein, wo es zum ersten sexuellen Kontakt kommt. Für Nele bricht eine Welt zusammen, sie ist seelisch stark verletzt, wagt aber nicht, mit ihrer Mutter oder ihrer besten Freundin über das Erlebte zu sprechen, weil sie fürchtet, die Mutter würde ihr nicht glauben und die Freundin könnte sie verachten. So zieht sie sich ganz und gar in sich zurück, in ihre Gedanken und Träume, und nutzt ihre kreativen Kräfte, um eine Abwehrhaltung gegen den Täter zu entwickeln. Dieser versucht, sie mit immer neuen Geschenken an sich zu binden und will sie schließlich auch mit Geld bezahlen, wenn sie ihm sexuelle Dienste leistet. Doch Nele hat eigene, ganz andere Vorstellungen als Wolfgang. Sie will ihren Körper nicht verkaufen, sondern ihre Liebe, die sie zum Schutz vor ihm tief in ihrem Inneren vergraben hat, eines Tages an einen Menschen verschenken - aber nie wieder an einen wie ihn. Was für ein armseliger Mensch, der nicht lieben kann, sondern nur gelernt hat, sich Körper zu kaufen. "Nele, ein fünfzehnjähriges Mädchen, das bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater Mathias in trostlosen Verhältnissen aufwächst, wird von einem Sportsfreund ihres Stiefvaters, Wolfgang, umworben und verliebt sich in ihn. Was sie zunächst nicht weiß: Der von ihr Angehimmelte, der sie mit Aufmnerksamkeit und Geschenken verwöhnt, will sie gefügig machen - so wie schon viele andere junge Mädchen vor ihr. Es kommt zum Missbrauch, doch anfangs kann Nele sich nicht wehren. Nach einer Weile aber regt sich zart Widerstand in ihr und eine Lehrerin begreift , was mit Nele passiert. Sie unterstützt das Mädchen, als es sich von ihrem Peiniger distanzieren will. Am Ende kann Nele sich von ihm lossagen. (...) 'Es fiel den jungen Schauspielern nicht immer leicht, sich in ihre Rollen hineinzuversetzen', berichteten die Lehrerinnen Ulrike Wassum und Karin Bräu, die das Stück mit der Gruppe einstudierten. 'Wer kann denn auch Verständnis aufbringen für eine Figur wie diesen Wolfgang oder auch Neles Mutter, die nur ihre Ruhe haben will und sich überhaupt nicht für die Nöte ihrer Tochter interessiert.'" (Über die Aufführung des Stücks "Nele" der Theatergruppe der Steinmühle/Marburg) "Dabei sind es nicht die schonungslosen Szenen, die Margret Steenfatt in ihrem Jugendbuch 'Nele' beschreibt. Vielmehr spricht sie mit Andeutungen über Umwege von Dingen, die vor allem für Betroffene schwer auszusprechen sind. Da ist das Märchen vom Froschkönig, das Nele nach eigenen Erfahrungen umdeutet. Oder die Bruchstücke von Bildern, die vor dem geistigen Auge auftauchen, von außen aber nur als Träumerei bemerkt werden. Und da ist schließlich der eine Satz, der direkt an den Täter gerichtet ist: 'Ich komme nie mehr hierher.' Weit entfernt von einer idealisierten Darstellung, gibt Margret Steenfatt ihrer Hauptfigur eine Stärke, die sie dem Opfersein entreißt, ohne aber die Verletzung aufzuheben ..." (Braker Zeitung) | |||||
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