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van Dijk, Lutz
Township Blues München 2000 Medium: Buch | ||||
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Eine Dreizehnjährige aus einem südafrikanischen Township wird vergewaltigt und muss sich danach mit ihrer HIV-Infektion auseinandersetzen. Thinasonke ist dreizehn und im Knast geboren. Gemeinsam mit der Mutter, ihrem älteren Bruder Mangaliso, drei jüngeren Geschwistern und der Oma lebt sie in Guguletu, einem der Townships am Rand von Kapstadt, wo die Gewalt allgegenwärtig ist. Sie besucht die Forest Hill High School. Ihr bester Freund ist Thabang, dessen Traum es ist, auch auf die Forest Hill zu gehen, der sich aber seit über zwei Jahren schon um seine schwer kranke Mutter kümmern muss. Eines Abends bricht über Thina die Katastrophe ihres Lebens herein. Sie wird von drei Mitgliedern einer Straßengang vergewaltigt. In den Wochen danach ist ihre größte Angst, mit AIDS infiziert zu sein. Dieses Schicksal rückt näher, als Thabangs Mutter stirbt und der Mangoma-Heiler bestätigt, dass es die "Krankheit aller bösen Geister" - AIDS - war, gegen die er nichts ausrichten konnte. Ein weiterer wichtiger Mensch in Thinas Leben ist Miss Delphine, ihre Klassenlehrerin. Ihr vertraut sich Thina an. Miss Delphine überredet sie, einen Bluttest machen zu lassen. Das Ergebnis: positiv. Thina verfällt in eine abgrundtiefe Apathie. Thabang findet inzwischen heraus, was geschehen ist, und ist besessen von der Idee, die Vergewaltigung zu rächen. Über seine Kontakte zu Straßengangs gelingt es ihm, die Täter zu finden. Er will sie in ihrem Versteck überraschen, doch im letzten Moment schreckt er vor blutiger Rache zurück. Thina und Thabang werden ein Liebespaar, gegen alle Widerstände, und so wird das Ende zu einem, wenn auch überschatteten, Anfang: "Es sollte noch viele Monate dauern, bis wir unsere Liebe auch öffentlich bekannt geben konnten - die Liebe zwischen einem nicht-infizierten Jungen, der seine Mutter durch AIDS verloren hat, und einem HIV-positiven Mädchen." Ein starker, literarisch ungewöhnlich dichter und spannender Jugendroman mit gegenwartspolitischem Hintergrund aus einer Welt, in der sämtliche Gegensätze ungebremst aufeinanderprallen - voller Gewalt, aber auch voller Hoffnungen. Das Buch wurde in mehrere südafrikanische Sprachen übersetzt und wird heute in Südafrika an zahlreichen Schulen gelesen und diskutiert. Ausgezeichnet mit dem Gustav Heinemann Friedenspreis des Jahres 2001. Aus der Begründung der Jury: "Es ist ein ergreifendes Buch, das uns die Wirklichkeit in Südafrika nahe bringt, ein Buch, das eindeutig Partei ergreift für diese jungen Mädchen als Opfer von Aberglauben und Gewalt - ein Buch gegen die Isolation von Infizierten, ein Plädoyer für Toleranz, Mut und Gerechtigkeit." | ||||
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