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Fiechtner, Urs M.
Annas Geschichte Die Geschichte einer Verschwundenen München 1989 (11. Aufl. 2002) Medium: Buch | ||||
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Annas Geschichte zählt zu den bekanntesten Jugendbüchern in deutscher Sprache, erhielt viele Literaturpreise und Auszeichnungen, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und gehört heute zur Lektüre in vielen Schulen. Die Erzählung für Jugendliche und Erwachsene beruht auf der (authentischen) Geschichte einer Familie, die wegen ihres sozialen und politischen Engagements in einem diktatorisch regierten Land verhaftet wird und "verschwindet" - also in jene geheim gehaltene, von offizieller Seite geleugnete Form politischer Haft gerät, die von immer mehr Staaten praktiziert wird und die nur wenige Menschen überleben. "Anna", ihre jüngere Schwester und ihre Mutter haben es dank des Eingreifens von amnesty international und anderer Menschenrechtsorganisationen überlebt und konnten darüber berichten. Urs M. Fiechtner, der sich seit vielen Jahren mit den Formen und Folgen von Menschenrechtsverletzungen beschäftigt, hat die Geschichte aufgegriffen und in einer von Ort und Zeit gelösten - und somit übertragbaren - Form literarisch umgesetzt. Grundlage für sein Buch waren nicht nur die individuellen Erfahrungen und Erzählungen einer einzigen Familie, sondern Zeugenaussagen, Berichte von Betroffenen und ihrer Angehörigen sowie Dokumente von Menschenrechtsorganisationen aus über 30 Ländern der Welt. Das Buch hat daher nichts von seiner Aktualität verloren - was hier geschildert wird, gehört nach wie vor zum Alltag der Unterdrückung in vielen, all zu vielen Staaten, in denen die Rechte ihrer Bewohner nur auf dem Papier stehen. "Bisweilen greift man sich an den Kopf, wenn wieder einmal Literaturfunktionäre mit traumwandlerischer Sicherheit die 'ausgewogene' Mittelmäßigkeit preiskrönen. Grund zur Freude aber gab es, als dieses erschütternde, ergreifende, erhellende Buch ausgezeichnet wurde. Annas Schicksal steht beispielhaft für das Leben vieler Menschen, die plötzlich in die brutale Maschinerie einer Diktatur geraten. Dass das Muster des Nazi-Terrors unserer Vergangenheit durchscheint, liegt gewiss in der Absicht des Autors, der sich seit Jahren in Menschenrechtsorganisationen engagiert. (...) Als Studentin führt Anna ein unbeschwertes Leben in einer lateinamerikanischen Großstadt. Von den Aktionen des Widerstandes gegen die Willkür der Machthaber erfährt sie zunächst nur sporadisch. Dann lernt sie Rodrigo kennen, verliebt sich in ihn. Die beiden heiraten und erleben eine kurze Phase intensiven Glücks. Anna wird schwanger. Ihr Bewusstsein ist schärfer geworden. Sie will nicht länger schweigend die Ungerechtigkeiten hinnehmen, die die Regierung Tag für Tag den Menschen zufügt, und sie mischt sich ein ... In 24 Szenen schildert Urs M. Fiechtner Annas Geschichte. Sie erzählt von Demütigung und jener menschenverachtenden Gewalttätigkeit, die zum barbarischen Wesen jeder Diktatur gehört. Sie erzählt aber auch von Menschen wie Anna, die in ihrem Zorn und ihrer Verzweiflung die Angst überwinden und ihr Leben einsetzen für das Leben der anderen. Also auch eine Geschichte der Hoffnung? Ja, trotz allem. Und hoffentlich erhellt sie viele Köpfe!" (DIE ZEIT) | |||||
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